Dashlane vs. LastPass 2026: Was ist nach dem Datenleck besser?
Der Passwort-Manager-Vergleich nach dem größten Hack der Branche.
Stand: Juli 2026 • Lesedauer: ca. 8 Minuten
Der LastPass-Hack von Dezember 2022 veränderte alles. Millionen von Nutzern stellten sich die Frage: "Sind meine Passwörter wirklich sicher?" Vier Jahre später ist die Antwort noch immer komplex. Dashlane war nie in dieser Art gehackt — das allein macht den Vergleich interessant. Aber ist Dashlane wirklich die bessere Wahl als LastPass?
LastPass 2022: Was beim Datenleck geschah
Im Dezember 2022 gab LastPass zu, dass Hacker Zugriff auf den unternehmensinternen Vault aller Nutzer hatten. Das bedeutete: Alle verschlüsselten Passwort-Vaults wurden kopiert. LastPass behauptete, die Vaults seien end-to-end verschlüsselt und daher nicht lesbar — selbst für LastPass.
Das ist (theoretisch) korrekt. Aber: Hacker hatten trotzdem Zugriff auf die verschlüsselten Blobs. Wenn Ihr Masterpasswort schwach ist, können sie über Brute-Force versuchen, den Vault zu entschlüsseln. Im Nachhinein wurde klar, dass einige Nutzer mit schwachen Passwörtern tatsächlich kompromittiert wurden.
Der Schaden war immens: Vertrauensverlust, massive Abwanderung zu anderen Anbietern, und eine tiefe Skepsis gegen LastPass, die bis heute anhält.
LastPass hat seitdem mehrere Maßnahmen ergriffen:
- Multi-Faktor-Authentifizierung ist jetzt Pflicht (nicht Optional)
- Bessere Monitoring-Verfahren gegen verdächtige Zugiffe
- Vollständige Sicherheitsaudits durch Dritte
Aber: Ein Hack, der bekannt ist, prägt das Markenimage für Jahre. Viele Nutzer, die 2022-2023 ausgewandert sind, werden nie zurückkehren.
Sicherheitsarchitektur im Vergleich
LastPass: Nutzt AES-256-Verschlüsselung. Theoretisch sind Vaults ohne Masterpasswort nicht entschlüsselbar. Allerdings war die Implementierung fehlbar (was der Hack bewies).
Dashlane: Nutzt ebenfalls AES-256, mit einem zusätzlichen Sicherheitskonzept: Der Vault wird lokal auf Ihrem Gerät entschlüsselt, bevor er zu den Dashlane-Servern synchronisiert wird. Das bedeutet: Dashlane-Server sehen nie unverschlüsselte Daten.
Praktisch ist dieser Unterschied marginal — beide Systeme sind sicher, wenn das Masterpasswort stark ist. Der psychologische Vorteil ist bei Dashlane aber größer: Es hatte keinen massiven Hack.
Zero-Knowledge & Verschlüsselung
Beide Manager werben mit "Zero-Knowledge" — die Vorstellung, dass der Anbieter selbst nicht sehen kann, was Sie speichern. Das ist bei beiden Wahr, solange die Infrastruktur nicht kompromittiert wird.
Der Unterschied: Dashlane hatte seit ihrer Gründung (2012) kein großflächiges Sicherheitsereignis wie LastPass 2022. Das bedeutet nicht, dass Dashlane sicherer ist — sondern dass der öffentliche Nachweis fehlt.
Für Nutzer ist das entscheidend: Sie wählen nicht nur Technologie, sondern auch Vertrauen. Und Vertrauen wird durch Abwesenheit von Skandalen gestärkt.
Preis & Funktionsumfang
LastPass (nach Hack):
- Free: Kostenlos (aber mit weniger Features)
- Premium: ca. 2,45 €/Monat
- Families: ca. 3,99 €/Monat (bis 6 Nutzer)
Dashlane:
- Free: Kostenlos (begrenzt auf 50 Passwörter)
- Premium: ca. 4,99 €/Monat
- Family: ca. 8,99 €/Monat (bis 6 Nutzer)
LastPass ist günstiger, hat aber durch den Hack an Markenvertrauen verloren. Dashlane ist teurer, aber das Vertrauen ist ungebrochen. Die Frage ist: Zahlen Sie den Preis für Seelenfrieden?
Extra-Features bei Dashlane: VPN (Hotspot Shield) inklusive, Dark-Web-Monitoring, Automatische Password Changes (Beta). Das sind echte Zusatzwerte über den Passwort-Manager hinaus.
Kann ich LastPass noch vertrauen?
Das ist die zentrale Frage. Vier Jahre nach dem Hack:
Argumente FÜR LastPass:
- LastPass hat transparente Kommunikation nach dem Hack geleistet
- Mehrere externe Sicherheitsaudits wurden durchgeführt
- Technisch sind die Sicherheitsmaßnahmen jetzt stärker
- Es gibt keine zweite Attacke (was für Verbesserung spricht)
Argumente GEGEN LastPass:
- Ein Hack dieser Magnitude passiert nicht einfach so — es deutet auf tiefe Sicherheitsprobleme hin
- Viele Sicherheitsexperten haben empfohlen, zu Alternativen zu wechseln
- Das Vertrauen ist strukturell beschädigt
- Andere Manager (Bitwarden, 1Password, Dashlane) hatten nie ähnliche Vorfälle
Unser Fazit: LastPass ist technisch sicher geworden, aber das Vertrauensproblem bleibt. Wenn Sie bereits dort sind und ein starkes Masterpasswort haben, müssen Sie nicht zwingend abwandern. Aber für Neukunden ist die Wahl eines Managers ohne großen, bekannten Hack vernünftiger.
Fazit & Empfehlung
Dashlane über LastPass — weil die Vertrauensbase intakt ist. Die Kosten sind höher, aber Sie kaufen auch Ruhe ein. Das ist nicht irrational.
Aber besser noch: Bitwarden oder 1Password — weil diese Manager noch günstiger (Bitwarden) oder noch ausgereifter (1Password) sind. Beide haben ebenfalls keine bekannten, großflächigen Breaches.
LastPass sollte für Neukunden nur gewählt werden, wenn die Kosten überragend wichtig sind. Dann ist Bitwarden kostenlos eine bessere Option.
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